Als Peter Mohnhaupt in der Halbzeitpause des Kellerduells bei den Würzburger Kickers (2:0) vor die Kamera trat, hatte der MSV Duisburg in der Flyeralarm-Arena auf dem Dallenberg gerade eine starke erste Halbzeit gespielt. Das Spiel verlief logischerweise ganz nach seinem Geschmack des Geschäftsführers. „Die Mannschaft hat hervorragend geliefert und war super konzentriert. Das frühe Tor hat sehr geholfen“, sagte Mohnhaupt, der sich mit sechs Tagen Abstand auch noch mal zum Rücktritt von Ivica Grlic äußerte.
„Das ist natürlich ein wesentlicher Einschnitt in den Verein. Insgesamt war es ein sehr schwerer Moment. Ich hatte mit Ivo auch am Sonntagabend noch gute Gespräche. Man darf nicht vergessen, was er für den Verein getan hat. Da hat sich in den letzten Monaten einiges überlagert. Wir sind ihm dankbar. An einer Einzelperson alles festzumachen, wäre zu einfach. Wir müssen punkten. Jetzt gilt es nach vorne zu gucken.“
Den viel zitierten Tiefpunkt des MSV wollte der Geschäftsführer nicht schlechter reden, „als er eh schon ist. Wichtig ist, dass die Stimmung auf dem Platz stimmt. Das zeigt genau das, was uns die Mannschaft unter der Woche mit vielen Worten versprochen hat." Die Entscheidungsfindung mit Blick auf die Neubesetzung des Sportdirektoren-Postens läuft in der Vereinsführung dagegen auf Hochtouren. Der Druck auf andere Beteiligte sei durch den Grlic-Rücktritt nicht gewachsen.
Mohnhaupt nennt das Profil des neuen Sportdirektors
Doch nach welchen Kriterien schauen Geschäftsführer, Vorstand, Aufsichts- und Verwaltungsrat nach einem geeigneten Grlic-Nachfolger? „Das Stellenprofil ist fertig. Jetzt geht es darum konkret Kontakt aufzunehmen. Auch das ist schon erfolgt“, antwortete Mohnhaupt. Ein verantwortungsvoller Mann mit starker Führungspersönlichkeit und der nötigen sportlichen Kompetenz soll es sein. Neben der Liga-Erfahrung soll er auch ein großes Netzwerk besitzen und zum MSV Duisburg passen. „Die Fans hatten mit Ivo eine Identifikationsfigur, die man nicht eins zu eins ersetzen kann. Der neue Sportdirektor muss den Standort Duisburg gut verstehen und verinnerlichen.“
Die von RevierSport ins Spiel gebrachten Namen Stephan Küsters und Martin Prondziono wollte Mohnhaupt nicht kommentieren. Die RP brachte noch Ex-Fortuna-Sportvorstand Uwe Klein ins Gespräch. Die Prozesse sollen intern geschlossen ablaufen. Der Geschäftsführer spüre zudem keinen Druck von Ausrüster und Anteilseigner Capelli mit Blick auf die Personalie Prondziono. „Martin ist ein halbes Jahr dabei, dementsprechend auch bei uns in einige Punkte eingebunden. Ich gehe davon aus, dass es von Capelli keinen Druck geben wird.“
Entscheidungsfindung im März möglich
Am 1. April tritt mit Ulf Schott auch der externe Berater sein Amt an, mit dem der Vorstand bereits im digitalen Austausch steht. Der soll in den kommenden Wochen weiter intensiviert werden. Der MSV erhofft sich gute Ratschläge. Bei der Entscheidungsfindung gelte das Prinzip „Qualität vor Schnelligkeit“. Wann sie abgeschlossen sein wird, ließ Mohnhaupt offen. Im März beginnt die Planung für die kommende Saison. „Allzu viel Zeit bleibt nicht, aber wir verfallen auch nicht in Hektik“, sagte Mohnhaupt, der sich zu guter Letzt auch noch zum Trainer äußerte. Hagen Schmidt spürt die Rückendeckung von der Klubführung. „Wir müssen ihn für die Spiele stärken, um die nötigen Punkte zu holen. Alles andere wird die Zukunft zeigen.“
Klingt so, als wolle der MSV mit Schmidt irgendwie versuchen die Klasse zu halten, um sich im Sommer in allen Bereichen komplett neu aufzustellen.